Wenn Alles aufgeschoben wird – Prokrastination

Unsere Eltern haben es stets gepredigt. Es sollte nicht alles auf die lange Bank geschoben werden. Auch heute ist das Problem noch wohlbekannt. Ein Fünftel der Menschen leidet unter Prokrastination, darunter versteht man das Aufschieben von zu erledigenden Aufgaben. Menschen, die unter der Prokrastination leiden, werden leicht als faul bezeichnet, ohne die Hintergründe zu sehen. Das Verhalten, Dinge aufzuschieben, kann sich zu einem Krankheitsbild entwickeln, das sich dadurch äußert, dass der Betroffene zu erledigende Aufgaben permanent hinauszögert und kontraproduktiv handelt.

Studierende häufig betroffen

Die Prokrastination, auch „Aufschieberitis“ genannt, wird besonders häufig bei Studenten beobachtet. Durch die Aufgabe, Studien- und Lernarbeiten selbst zu organisieren, sind viele Studierende zunächst überfordert. Die langfristige Organisation von Projekten und das Erarbeiten eines Lernplanes sind sehr schwer umzusetzen. Studenten der Geisteswissenschaften sind auffälligerweise öfter betroffen. Diese Tatsache, brachte der Krankheit den Namen „Studentensyndrom“ ein. Außerdem sind weniger Frauen, als Männer betroffen.

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Ist die Prokrastination stark ausgeprägt, sind begleitende Krankheitsbilder zu beobachten. Zu diesen können Ängste, zum Beispiel in Form von Versagensangst, Depressionen oder Perfektionismus auftreten. Auch Langeweile ist begleitend zu sehen. Das größte Problem dieser Krankheit ist, dass der Berg der Arbeiten, die nicht verrichtet wurde, immer weiter anwächst. Dem Betroffen ist schon bewusst, welche Konsequenzen dies mit sich bringt, er wird aber immer frustrierter und fühlt sich unter extremen Druck gesetzt. Der Weg aus der Krise liegt in der Änderung der Gewohnheiten. Der Mensch ist in der Lage, sich neue Verhaltensweisen anzutrainieren. Einige kleine Tipps können bereits Besserung bringen.

Wege aus der „Aufschieberitis“

Betroffene Patienten sollten sich dazu zwingen, anfallende Aufgaben sofort zu erledigen. Es sollte sofort begonnen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aufgabe erledigt wird, sinkt nach nur drei aufgeschobenen Tagen auf ein Prozent. Eine normale Verhaltensweise ist, eine unangenehme Aufgabe am längsten liegen zu lassen. Als Verhaltensänderung sollten diese unangenehmen Aufgaben vorgezogen und gleich morgens erledigt werden. Die Arbeiten, die auf diese Aufgabe folgen, erscheinen weniger unangenehm und es ist ein gutes Gefühl, etwas geschafft zu haben. Muss eine sehr große Arbeit erledigt werden, kann dies erdrückend wirken. Eine solche Aufgabe sollte in mehrere kleinere Teilarbeiten untergliedert werden, die Stück für Stück erledigt werden. So wird das Ziel einfacher erreicht.

Es ist wichtig, die eigenen Gedanken als Hilfe einzusetzen. Wer sich immer wieder sagt, dass er es schafft, der wird mehr Erfolg haben, als jemand, der eher resigniert. Es ist nicht gut, wenn jemand versucht, alles perfekt zu machen. Das führt nur dazu, dass sich derjenige verzettelt und nicht vorwärts kommt. Es ist von Vorteil, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Es ist wichtig, sich selbst für erledigte Aufgaben zu loben. Zufriedenheit fördert die Motivation. Wer auf sein eigenes Können vertraut, wird auch mehr leisten können. Die aktiven Zeiten sollten genutzt werden. Das heißt im Klartext, dass es nicht gut ist, wenn sich Langschläfer früh morgens mit unangenehmen Aufgaben quälen. Bei der Erledigung von Arbeiten oder Aufgaben sollte man die leistungsfähigen Zeiten nutzen. Wer eine Aufgabe beginnt, sollte diese zu Ende führen, ohne sich dabei stören zu lassen. Es ist wichtig, sich ganz auf die aktuelle Aufgabe zu konzentrieren.

Zielsetzung ist alles. Es ist von Vorteil, wenn man sich ein Zeitlimit festlegt, wenn es um die zu erledigende Arbeit geht. Je länger man an einer Arbeit sitzt, um schlechter wird das Resultat. Durch diesen Trick wird der Fokus auf das Wesentliche beschränkt. Um sich selbst zu überlisten, können Kollegen oder Familie und Freunde eingebunden werden. Wenn viele Menschen von dem Vorhaben wissen oder sogar mit dem Betroffenen zusammenarbeiten müssen, ist die Erfolgschance deutlich größer, weil Druck von außen besteht. Man sollte sich nicht selbst belügen. Ausreden, warum die Arbeit aufgeschoben werden sollte, sind zu vermeiden.

Anfallende Aufgaben sollten als To-Do-Liste aufgeführt werden und zwar die Arbeiten zuerst, die am wichtigsten sind. Dann ist es wichtig, sich an diesen Plan zu halten. Der Arbeitsplan sollte nicht zu voll gepackt werden, damit das Pensum auch zu bewältigen ist. Außerdem sollten Ruhephasen eingeplant werden, damit kein Stress aufkommt. Es baut auf, wenn man sich seine Stärken bewusst macht. Dies ist sehr wichtig. Eine weitere Hilfe ist es, wenn man die Arbeit nicht als Übel ansieht, sondern als Teil des Lebens. So kann die Arbeit als Herausforderung gesehen werden und Erfolge motivieren dazu, weiterzumachen.