Doping – wenn Sportler betrügen, oder betrügen schon alle?

Der Ex-Radprofi Lance Armstrong gab bei einer der bekanntesten Talkshow Moderatorinnen vor kurzem im amerikanischen Fernsehen seine Doping-Exzesse zu. Er gestand, dass alle seine Tour-de-France-Prämien nur eine Folge der leistungsfördernden Mittel sind und nichts mit einer ehrlichen sportlichen Leistung zu tun haben. Das Mittel, das er sich bedient hat, ist EPO (Erythropoetin), in Zusammenhang mit den Wachstumshormonen und Steroiden.

Doch Doping ist nicht nur eine Domäne im dem Leistungssport – Doping ist mehr verbreitet, als es sich die Menschheit zugestehen mag. Weil Leistungssportler Vorbilder für Amateure sind, geht man davon aus, dass auch die Amateure so langsam zum Doping greifen, um einfacher ihre Ziele zu erreichen. Da die Sportstars es den Fans vorleben, wie gut sie doch unter Doping leben können, greifen auch Amateure zunehmend zu den Zaubermitteln der größten Leistungen. Heute sind Dopingmittel auch im Internet und in den unseriösen Fitness-Zentren jedem frei verfügbar. Die Freizeitsportler dopen nicht, um mehr Geld zu verdienen oder um weltberühmt zu werden, sondern eher, damit sie schnell an den Wunschkörper kommen, ohne dafür zu viel tun zu müssen. Doch dabei denkt keiner an die späten Folgen und die schlimmen Nebenwirkungen.

Leistungssteigerung durch Doping ist gefährlich!

jedem Sportler sollte es klar sein, dass Doping kein Spielzeug ist und somit nicht nur den Betrug im Wettkampf darstellt, sondern auch große Konsequenzen an der eigenen Gesundheit hinterlassen kann – im schlimmsten Fall kann das gefährliche Spiel sogar tödlich enden. Zu den verbotenen Substanzen zählen dabei gewisse Gruppen von Medikamenten, Transfusionen mit Sauerstoffzufuhr ins Blut oder sogar Drogen. Zu den verbotenen Wirkstoffen zählen somit Anabolika, Diuretika, einige Narkotika, aber auch bestimmten Hormone.

Wie wirkt Doping?

Stimulantien sind Mittel, die zu höheren Leistungen ohne Hemmschwelle pushen. Dazu gehören Ephedrin, Koffein und Amphetamine, die im zentralen Nervensystem wirken und sogar die motorische Aktivität steigern. Diese Mittel sind auch in dem Freizeitsport ein Begriff, denn sie machen mutiger und erhöhen die Bereitschaft mehr zu riskieren. Damit wird das Gefühl für die Höchstgrenze an der Leistung gehemmt und der Sportler geht über die eigenen Reserven, ohne überhaupt was zu merken. Das endet in einem Extremfall sogar mit dem Tod.

Narkotika sind Mittel wie Heroin, Methadon und Morphin – die Substanzen, die Drogen enthalten und u Form der Schmerzmedikamente eingenommen werden. In meisten Fällen erfolgt dies nach Operationen oder als Therapie bei den Krebserkrankungen. Boxer setzen diese Art von Mitteln oft ein, weil diese Stoffe die Schmerzreaktion anders verspüren lassen – so spüren sie weniger Schmerz im Kampf. Die Mittel sind aber auch bei den Golfern oder Schützen nicht unbeliebt, denn sie geben denen ruhige Hand und innere Gelassenheit. Wenn jemand krank ist, kann man auf die Narkotika sogar nicht verzichten, doch die Einnahme sollte streng unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Wer mit den Substanzen unkritisch umgeht, dem wittern schlimme Folgen, denn diese Mittel sind stark und machen rasch abhängig. Eine der Konsequenzen sind auch Stimmungsveränderungen, die sich in den späteren Jahren sogar als psychische Störungen beweisen können. Wenn Narkotika in einer zu hohen Dosis eingenommen werden, kommt es zu Problemen mit dem Bewusstsein, Atemzentrum wird gelähmt und in einem Extremfall kann der Tod auftreten.

Anabolika oder anabole Steroide sind Abstammungen des männlichen Sexualhormons Testosteron. Wenn die Mittel eingenommen werden, sorgen sie für die Zunahme der Muskelmasse ohne der Fettlagerung. Das ist auch der Grund, der sie so interessant für die Sportler macht, bei denen Muskelmasse von einer essentiellen Bedeutung ist – wie Weitspringer, Sprinter, Bodybuilder. Die Mittel genießen im Freizeitsport die meiste Popularität, denn es sind Tabletten und somit ist die Einnahme sehr einfach. Diese Mittel weisen viele Nebenwirkungen auf, die den Sportlern im Schwung nicht auf den ersten Blick in die Augen fallen. Es kann zu der Krebserkrankungen kommen, Herz kann irreparable Schäden davon tragen, Akne kann sich verschlechtern, doch auch Depressionen sind keine seltenen Folgen. Wenn weibliche Sportlerinnen Anabolika nehmen, entwickeln sie sich männlich – sie bekommen tiefe Stimmen und die Brust wächst nicht mehr. Die Männer hingegen werden eher weiblich, denn der Überschuss an Testosteron in deren Körpern wird in das weibliche Hormon Östrogen umgewandelt. Das lässt Brüste wachsen, ein Mann produziert kaum noch Spermien und bekommt kleinere Hoden. Der Körper produziert von alleine nicht mehr so viel eigenes Testosteron – wenn die Umstellung ganz böse kommt, wird die Produktion sogar eingestellt.

Diuretika sind Medikamente, deren Wirkung sich auf Niere bemerkbar macht. Sie werden genommen, wenn sich Wassereinlagerungen bilden, um Ausscheidung durch Urin zu fördern. Doch das ist nur die medizinisch bekannte Anwendung. Medizinisch gesehen senken sie auch den Blutdruck und lindern die Probleme bei Leber- oder Nierenerkrankungen. Im Sport sind Diuretika zwar keine Förderer der Leistung, doch sie ermöglichen einen schnellen Gewichtsverlust, weil dem Körper Flüssigkeit entzogen wird. Das hilft vor allem Sportlern, deren Unterteilung nach gewissen Gewichtsklassen erfolgt, wie Boxen oder Judo. Doch auch diese Mittel sind nicht harmlos und haben viele Nebenwirkungen, die schlimme Konsequenzen mit sichtragen könnten: ein zu heftiger Wasserverlust kann eine Dehydration auslösen, was die Nieren ruiniert und für Blutgerinnsel und Krampfanfälle sorgt. Einige Medikamente aus dieser Gruppe sind auch störend im Herzrhythmus.

Dopingartige Hormone sind Mittel, zu denen sich auch Erythropoetin (EPO) einordnen lässt. Dieses Mittel ist unter Radsportlern sehr berühmt, obwohl die ursprüngliche Anwendung komplett anders ist – in der Medizin wird es als Heilmittel bei der Anämie verwendet, weil es die Bildung roter Blutkörperchen fördert. Wer mehrere rote Blutkörperchen im Blut hat, der kann mehr Sauerstoff im Blut transportieren, was die Ausdauer verstärkt und deswegen bedienen sich Sportler des Mittels. EPO ist nicht nur die beliebteste Art des Dopings beim Radsport, sondern auch bei den ausdauerbedürftigen Marathonläufen und bei den Skifahrern. Was den Sportlern mit dem Ziel, schneller, höher und stärker einzugreifen nicht so sehr bewusst ist, ist die Tatsache, dass zu viele roten Blutkörperchen das Blut zäh machen und dadurch die Risiken für den Herzinfarkt oder Schlaganfall stark erhöhen. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die feinen Äderchen, die in den inneren Organen versorgt werden müssen, keine notwendige Versorgung mehr bekommen und dadurch absagen. Sport ist gesund, doch die Frage ist, ob auf der Suche nach gesteigerter Leistung Gesundheit auf der Strecke bleiben muss.