So erkennen Sie die Epilepsie

Epilepsie ist eigentlich kein eigenständige Krankenbild, sondern eine Gruppenbezeichnung für mehrere Hirnerkrankungen, die eine Gemeinsamkeit haben – hohe Tendenz zu den epileptischen Anfällen, die ganz verschieden aussehen können – einige sind schnell vorbei und bleiben so gut wie unbemerkt. Die Anzeichen sind kleine Zuckungen der Muskulatur Absence (kleine Abwesenheit des Bewusstseins) oder Kribbeln. Wiederum andere sind länger und dauern 2-3 Minuten. Deren Anzeichen sind schwere Krämpfe, starke Zuckungen und manchmal sogar Bewusstseinsverlust.

 

Wie kommt es zum Anfall der Epilepsie?

Die Anfälle werden von einer Störung in der Gehirnfunktion verursacht. Die Gruppen der Nervenzellen in der Hirnrinde fangen an, gleichzeitig Impulse zu senden und zwingen dadurch die anderen Zellen zum gleichen Rhythmus, was verursacht, dass deren eigener Rhythmus durcheinander kommt. Das hat verschiedene Konsequenzen, je nachdem, welche Funktionen im Körper durch diese Zellen gesteuert werden. Das kann verursachen, dass nur ein Körperteil zuckt oder dass mehrere Muskeln zugleich Krampf verspüren. Wenn so ein Anfall kommt, ist er nicht sofort mit Epilepsie gleich zu stellen. Epilepsie kann jedes Gehirn treffen – es sind nicht nur Menschen, die betroffen sind, sondern auch manchmal Tiere. Dazu kommt es oft unter gewissen Umständen – wenn jemand am Schlafmangel leidet, gerade im Prozess der Alkoholtherapie ist, Störungen im Stoffwechsel hat, vergiftet ist oder Nebenwirkungen von Medikamenten zu verspüren hat. Schnell kann ein Krampf bei den Kindern vorkommen, wenn diese hohes Fieber haben. Das sind so genannte gelegentliche Krampfanfälle, die von einem akuten Vorfall ausgelöst werden.

Diagnose Epilepsie – und jetzt?

Wenn ein epileptischer Anfall bemerkt wurde, kommt es zuerst zu verschiedenen Untersuchungen, wie EEG oder EKG. Auch kommt es oft zu den Aufnahmen per MRT, um die Gründe verstehen zu können, wieso es dazu kam. Manchmal reicht das alles nicht und es muss zur Gehirnwasseruntersuchung kommen, um auszuschließen, dass irgendwo im Gehirn was entzündet ist. Oft reicht das aus, um Diagnose stellen zu können. Epileptiker gibt es ziemlich oft – jeder 100. Mensch leidet an Epilepsie. Diese Problematik kann jede Altersgruppe treffen, bei rund 30 Prozent kommt der erste Anfall schon vor dem 10. Lebensjahr und bei genauso vielen erst nach dem 60. Lebensjahr. Epileptischer Anfall ist jedoch in dem Alter wahrscheinlicher, als dauerhafte Erkrankung.

Gründe und Behandlung für Epileptiker

Epilepsien haben nicht immer konkrete Ursachen, doch manchmal sind sie als Folge eines Gendefekts, der falschen Bildung im Gehirn, der Narbe nach Hirnverletzungen, Schlaganfall, Hirntumor, Meningitis vorzufinden. Zum Teil gibt es aber keine konkrete Ursache, die sich klären ließe. Nicht alle Anfälle sind groß belastend, denn es gibt Patienten, die es im Alltag kaum merken, dass sie Epilepsie haben – deren Anfälle sind selten und komplett harmlos. Wiederum andere leiden an oft vorhandenen Anfällen. Deswegen ist es immer individuell mit dem Arzt zu entscheiden, ob sich eine Therapie lohnt und wie lange man die durchführen muss. Im Normalfall kommt es zur Behandlung, wenn mehr als 2 Anfälle im Jahr stattfinden. Nach den Anfallsarten richtet sich auch die Therapie. Der Betroffene bekommt Medikamente, die ihm helfen, die Risiken zu mindern, damit er im Alltag nicht so sehr in Gefahr ist. Einige Fälle lassen sich auch durch die Operation lösen, nicht selten hilft auch ein Stimulationsverfahren. Symptomatische Epilepsie ist eine Epilepsieart, die eine genaue Ursache im Hintergrund hat. Gründe, die oft Epilepsie verursachen, sind vor allem die folgenden:

  • Mangel vom Sauerstoff im Gehirn bei der Geburt oder in der Schwangerschaft

  • Störungen der Gehirndurchblutung, wie beim Schlaganfall

  • Hirnblutungen, Fehlbildungen in den Gefäßen

  • Meningitis, Enzephalitis, Tumoren im Gehirn

  • Störungen in Stoffwechselprozessen

Sind Anfälle Grund für Alarm?

Einige Anfälle sehen auf den ersten Blick dramatisch aus, och einzelner Anfall ist ungefährlich und hört schnell von alleine auf. Doch was gefährlich ist, ist ein Risiko für Verletzungen. Nicht sehr oft kommen Versagen des Herz- und Kreislaufsystems oder plötzliches Antreten des Todes vor. Genau das sind auch die Ursachen, wieso es gut ist, Epilepsie nicht unbehandelt zu lassen, egal wie oft die Anfälle vorkommen. Die Anfälle die auch selten vorkommen, die jedoch sehr gefährlich sind, sin die Anfälle, die länger dauern oder als Serien passieren – da kann es zu den Schäden im Gehirn kommen. Deswegen ist es wichtig, dass bei so einem Anfall schnell die erste Hilfe gelleistet werden kann. Wenn der Betroffene nicht zu sich kommt, sollte schnell der Notarzt informiert werden. Manchmal gibt es konkrete Befunde oder Symptome, die zeigen, dass es eine gewisse konkrete Grundlage gibt, die Epilepsie als Folge hat, die aber noch nicht genauer dargestellt werden kann. Die Ärzte reden von der kryptogenetischen Epilepsie.

Epilepsie ohne Gründe

Es gibt Menschen, die zu den epileptischen Anfällen neigen. Bei denen sind Symptome, wie Schlafmangel, Flimmerlicht oder erhöhte Temperatur öfter der Grund des Anfalls, als bei den anderen Menschen. Die Anlage zu den Anfällen kann schon angeboren sein und es kann durchaus sein, dass es familiär öfter vorkommt.

Doch das bedeutet bei weiten noch nicht, dass eine Epilepsie vorhanden ist, denn diese wird auf keinen Fall direkt weiter vererbt. Was dann tatsächlich dazu führt, dass aus der Neigung auch tatsächlich zur Epilepsie kommt, müssen die Forschungen noch klarstellen. Die anlagebedingte Epilepsie, bei der keine gewissen Gründe davor stehen, heißt idiopathische Epilepsie. Bei den Jugendlichen sind die Epilepsieformen in etwa gleich präsent – ca. 50 Prozent die mit und ca. 50 Prozent die ohne Grund. Bei den Erwachsenen sind 75 Prozent der Epilepsiefälle auf gewisse Gründe zurückzuführen und als symptomatisch zu bezeichnen. Die Mediziner klassifizieren die Syndrome der Epilepsie in der tiefen Systematik – sie unterscheiden nach Epilepsien nach Anfallsform, nach Gründen, nach Befund und nach Alter beim Beginn der Krankheit. Bei den Syndromen kann die Klassifizierung sehr gut erfolgen, da es viele verschiedenen Möglichkeiten zur Untersuchung gibt. Ob sich eine Behandlung empfehlen würde, welche Medikamente einzunehmen sind und wie lange, ist immer eine Sache zwischen Arzt und Patient, denn jeder Fall ist individuell. Der Mediziner hat dabei eine Beraterrolle und sollte immer so genau es geht über die Krankheit informieren, die Vor- und Nachteile der Behandlungsformen erklären und dem Betroffenen zur Seite stehen.

Mit Epilepsie durch den Alltag

Es wird empfohlen, bei der Neigung zu den epileptischen Anfällen nicht auf Schlaf zu verzichten. Wenn Sie genug schlafen, mindert sich das Risiko enorm. Genießen Sie den Alkohol nur in kleineren Mengen – wenn Sie merken, Sie haben getrunken, kann es schon übertrieben sein. Sie können zum Psychologen gehen, der Sie berät, wie Sie den Alltag mit Epilepsie meistern können. Vor allem für junge Patienten ist es wichtig, sich zu überlegen, was sie arbeiten wollen, denn es gibt Arbeitsplätze, wo es besondere Risiken gibt, wie in der Höhe oder beim Fahren/Fliegen. Das ist der Grund, wieso sich die Patienten im Voraus bei dem Neurologen Informationen suchen sollten, der abklärt, ob die Person eigenständig ein Auto fahren kann – das geht nur, wenn der Patient mehr als ein Jahr keine Probleme hat – doch die Bestimmungen sind bei verschiedenen Führerscheinklassen komplett unterschiedlich. Wenn Sie Medizin einnehmen müssen, wird Ihnen diese bei der gut komponierten Therapie keine Probleme machen. Informieren Sie sich bei dem behandelnden Neurologen ausführlich darüber.

Therapieformen und Medikamente

Es gibt viele Medikamente, die bei der Epilepsie Anwendung finden – heilen können sie die Epilepsie zwar nicht, aber sie verringern die Wahrscheinlichkeit der Anfälle. Arzneien wirken in den meisten Fällen als eine Art Anfallsblocker – doch das passiert nur, wenn regelmäßige Einnahme geschieht. Wirkstoffe, die oft Verschreibung finden, sind: Oxcarbazepin, Topiramat, Eslicarbazepinacetat, Phenobarbital, Valproinsäure (Valproat), Zonisamid Phenytoin, Levetiracetam, Ethosuximid und Benzodiazepine. Es gibt noch viele andere Medikamente, die ähnlich wirken. Die Mediziner wählen die Medikamente vor allem nach der Art der Epilepsie, nachdem die Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Probleme, wie Belastung der Leber, Gewichtszunahme und Probleme mit der Psyche abgestimmt worden sind. Im Normalfall beginnt die Therapie mit kleineren Dosierungen der Medikamente, die sich dann je nach Bedarf steigern lassen. Es kann in gewissen Fällen zu starken Nebenwirkungen kommen, wie Versagen der Leber durch die Valproinsäure.

Lassen Sie sich deswegen genau beraten und gehen Sie im Verlauf der Therapie regelmäßig zur Kontrolle. Viele Patienten können medikamentös die Anfälle verhindern – sogar schon mit dem ersten Wirkstoff. 15 Prozent schaffen es nach dem zweiten Wirkstoff, wenn sie Präparat wechseln. Doch das ist alles nur Statistik – wenn die Therapie mit einem Medikament nicht reicht, werden di Medikamente nicht selten miteinander kombiniert.